Auch wenn nicht alle analogen Fotoarbeiten tatsächlich absolute Abwesenheit von Licht benötigen, hat sich für den Ort von Filmentwicklung, Fotoabzügen und Nachbearbeitung doch der Begriff der “Dunkelkammer” durchgesetzt. Was man exakt als solchen betitelt ist sehr individuell auslegbar: manche nutzen lichtdichte Säcke, in die man nur die Hände stülpt und daher im Prozess also gar keine Dunkelheit wahrnimmt, andere widmen den chemikalischen Abläufen der Analogfotografie ganze Räume und spielen dabei Fledermaus. Es empfiehlt sich einen solchen Raum mit mehreren Fotografierenden zu nutzen, um so sämtliche Anschaffungen und laufende Kosten teilen zu können. So ein Vorgehen findet man häufig in Fotografieclubs. In meinem Fall hat es sich jedoch angeboten, eine Dunkelkammerecke in der eigenen Küche anzulegen:
Die meiste Zeit über ist meine Küche einfach Küche. Ist aber ein Film voll oder möchte ich Abzüge machen, baue ich kurzerhand die Arbeitsfläche etwas um und lege los. Dieses Vorgehen ist praktisch, spontan und macht mich von keinem Zeitplan abhängig. Einzig störend ist, dass permanent ein halber Quadratmeter Arbeitsfläche vom Vergrößerer besetzt wird. Es wäre allerdings wesentlich aufwändiger diesen immer abzubauen. Außerdem habe ich so viel Tragkraft normalerweise gar nicht da und musste mir also die Hilfe eines Kumpels holen, um das Gerät überhaupt hinzustellen. Man merkt: mit einer ungeteilten Dunkelkammer kommt auch etwas Bequemlichkeit. Genau so ein Gefühl von “passt schon” kann aber auch sehr hilfreich sein bei sämtlichen Arbeiten im Dunkeln. Hierauf komme ich allerdings noch in einem späteren Eintrag zu schreiben.
Wer eine Dunkelkammer das allererste mal einrichtet braucht eigentlich nichts. Also so ziemlich. Eine Sitzgelegenheit, Arbeitsfläche und sündhaft teure Gerätschaften können helfen, sind aber nicht immer zwingend notwendig. Zunächst reicht erstmal ein kleiner Raum der kein Fenster (oder gute Vorhänge) hat und in dem man alle anderen Lichtquellen ausschaltet. Tür zu und zack: Dunkelkammer.